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Drei ERC Starting Grants für Jungwissenschaftler:innen

Eine Forscherin und zwei Forscher erhalten Millionenförderung der EU

Andrea Auer, Fabian Habersack und Simon Baier sind die diesjährigen ERC-Starting-Grant-Preisträger:innen der Universität Innsbruck.
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Die Chemikerin Andrea Auer, der Physiker Simon Baier und der Politikwissenschaftler Fabian Habersack von der Universität Innsbruck erhalten jeweils einen ERC Starting Grant – eine hochdotierte europäische Förderung für Nachwuchswissenschaftler:innen im Bereich der Grundlagenforschung

Die Chemikerin Andrea Auer, der Physiker Simon Baier und der Politikwissenschaftler Fabian Habersack von der Universität Innsbruck erhalten jeweils einen ERC Starting Grant – eine hochdotierte europäische Förderung für Nachwuchswissenschaftler:innen im Bereich der Grundlagenforschung. 

Der Europäische Forschungsrat (ERC) unterstützt Grundlagenforschung von herausragenden Wissenschaftler:innen in Europa. Mit dem ERC Starting Grant werden erfolgreiche junge Forscher:innen mit hochdotierten Projektbudgets von bis zu 1,5 Millionen Euro prämiert. Zusätzlich zur Basisförderung kann eine weitere Million Euro für förderfähige Kosten bereitgestellt werden.

Am Donnerstag, 3. September, gab der ERC bekannt, dass Andrea Auer, Simon Baier und Fabian Habersack diese hochkarätige Auszeichnung erhalten. In ihren Forschungsprojekten befassen sie sich mit der nanoskaligen Kartierung von Struktur und Chemie an elektrochemischen Fest-Flüssig-Grenzflächen, den Grenzen zwischen der Quantenphysik und der klassischen Physik und der Frage der politischen Verantwortungsübernahme in repräsentativen Demokratien.

„Die Förderung von talentierten Nachwuchswissenschaftler:innen ist von zentraler Bedeutung für wissenschaftliche Exzellenz. Dass in diesem Jahr gleich drei Starting Grants an Forscher:innen der Universität Innsbruck verliehen werden, macht mich besonders stolz“, betont Rektorin Veronika Sexl. „Ich gratuliere den Preisträger:innen und wünsche ihnen eine erfolgreiche Umsetzung ihrer Forschungsprojekte.“ 

Andrea Auer

Batterien und Brennstoffzellen verfügen über Fest-Flüssig-Grenzflächen, an denen elektrochemische Reaktionen ablaufen, die für die Speicherung von Energie und die Erzeugung von Strom entscheidend sind. Wie effizient und selektiv diese elektrochemischen Reaktionen ablaufen, hängt von der spezifischen Anordnung von Atomen, Molekülen und Ionen ab. „Elektrochemische Grenzflächen sind auf der Nanoskala unglaublich komplex. Herkömmliche Methoden reichen nicht aus, um diese Komplexität zugänglich zu machen“, erklärt Andrea Auer. Ihr Forschungsprojekt NanoELECTRA zielt darauf ab, einen neuen dreidimensionalen nanoskaligen Bildgebungs- und Spektroskopie-Ansatz zu entwickeln, der die Oberflächenstruktur, Lösungsmittel- und Ionen-Organisation sowie die chemische Zusammensetzung unter elektrochemischen Bedingungen sichtbar macht. „Übergeordnetes Ziel ist es, Vorgänge an elektrochemischen Grenzflächen besser zu verstehen. Das ist für eine effiziente Energieumwandlung und -speicherung relevant und ermöglicht neue Lösungen für nachhaltige Energietechnologien“, schildert Auer.

Andrea Auer studierte Chemie an der Universität Innsbruck und promovierte ebendort im Bereich der Physikalischen Chemie im Jahr 2021. Forschungsaufenthalte führten sie unter anderem an die Universität Alicante (Spanien), die Technische Universität München und die Universität Regensburg. Seit 2023 ist sie am Institut für Physikalische Chemie der Universität Innsbruck tätig – seit 2025 als Assistenzprofessorin. Für ihre Forschungsleistung wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet, etwa mit dem Forschungsstipendium der Alexander-von-Humboldt-Stiftung, dem Karl-Schlögl-Preis (ÖAW) und dem Sosnovsky-Preis (Universität Innsbruck). 

Simon Baier

„Wo endet die Welt der Quanten und wo beginnt die klassische Welt? Das wissen wir schlicht noch nicht – das ist die Grenze, die wir erforschen wollen“, sagt Simon Baier. Mit seinem ERC-Projekt SpinCaT will der Physiker Simon Baier die Grenze zwischen den beiden Welten verschieben, indem er makroskopische Quantenbewegungszustände in levitierenden (schwebenden) Nanodiamanten erzeugt und damit Modelle zum Wellenfunktionskollaps testet. Zentrales Ziel ist es, eine räumliche Superposition herzustellen und zu messen, wie sich die Kohärenz dieses Systems unter gut kontrollierten Bedingungen verhält. Das Projekt zielt auf bisher unerforschte Bereiche ab, in denen sich bekannte Kollapsmodelle streng einschränken lassen, und eröffnet zugleich neue Möglichkeiten für quantengestützte Sensorik.

Simon Baier promovierte 2018 in Physik an der Universität Innsbruck. Als Erwin-Schrödinger-Stipendiat an der TU Delft (Niederlande) entwickelte er eine Festkörper-Spin-Plattform, die die Realisierung des ersten vollständig funktionsfähigen Drei-Knoten-Quantennetzwerks aus entfernten Quantennetzwerk-Knoten ermöglichte. In Innsbruck leitet er nun die Forschung an levitierten, mit Quantenspinteilchen ausgestatteten makroskopischen Objekten.

Fabian Habersack

„Von Politiker:innen wird häufig erwartet, ‚Verantwortung‘ zu übernehmen. Aber woran machen wir fest, ob Politiker:innen das tatsächlich tun? Und in welchen Bereichen ist das überhaupt möglich?“, beschreibt der Politikwissenschaftler Fabian Habersack die zentralen Forschungsfragen seines ERC-Starting-Grant-Projekts. In Zeiten von Globalisierung und internationalen Konflikten werden Politiker:innen häufig für Entwicklungen verantwortlich gemacht, die sie oft nur teilweise beeinflussen können. Gleichzeitig zeigen prominente Beispiele, dass politische Entscheidungsträger:innen auch mit einer Politik der „Unverantwortlichkeit“ Zustimmung gewinnen. Fabian Habersack und sein Team untersuchen gesellschaftliche sowie politische Vorstellungen von Verantwortlichkeit in 20 Demokratien weltweit. Das Team analysiert, wie politische Verantwortung heute zwischen Regierenden und Regierten ausgehandelt wird – und welche Folgen unterschiedliche Vorstellungen davon für politisches Vertrauen, Wahlverhalten und den Rückhalt für die Demokratie haben.

Fabian Habersack promovierte 2021 an der Universität Salzburg mit einer Dissertation darüber, wie etablierte Parteien in Österreich und Europa auf den Aufstieg der populistischen radikalen Rechten reagieren. Seit 2021 forscht er am Institut für Politikwissenschaft der Universität Innsbruck. 2025 führte ihn ein Gastaufenthalt an die Australian National University in Canberra.

 

 

 

 

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