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Im Rahmen des Dies Academicus wurden an der Universität Innsbruck verdiente Persönlichkeiten geehrt. Martin Kocher und Roland Psenner erhielten die Ehrensenatorenwürde, Simon Meinschad wurde Ehrenbürger der Universität und Karin Gerlich und Nikolaus Zorn erhielten Ehrenzeichen der Uni Innsbruck.
Eine tiefe Verbundenheit mit der Universität Innsbruck eint die heute Geehrten. In einem besonders feierlichen Rahmen und in Anwesenheit zahlreicher Gäste aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft wurden fünf Personen geehrt. Univ.-Prof. Dr. Martin Kocher, Gouverneur der Österreichischen Nationalbank (OeNB) sowie em. o. Univ.-Prof. Dr. Roland Psenner, Präsident von EURAC Research in Bozen, erhielten die Ehrensenatorenwürde. Simon Meinschad, ehemaliger Geschäftsführer von hollu Systemhygiene GmbH und Vizepräsident der Industriellenvereinigung Tirol wurde Ehrenbürger der Universität. Mag.a Karin Gerlich, von der US-Botschaft in Wien und der Senatspräsident des VwGH i.R. Univ.-Prof. Dr. Nikolaus Zorn erhielten das Ehrenzeichen der Uni Innsbruck. Rektorin Veronika Sexl unterstrich in ihren Grußworten die große Bedeutung von Vernetzung, Zusammenarbeit und einem langjährigen Vertrauen und drückte ihre tiefe Dankbarkeit für die Arbeit der Geehrten aus: „Universität ist mehr als ein Ort. Sie ist ein Netzwerk aus Menschen, die über Zeit, Distanz und Fachgrenzen hinweg verbunden bleiben. Dafür danke ich Ihnen allen von Herzen."
Die Geehrten
Ehrenzeichenträgerin Mag.a Karin Gerlich
Karin Gerlich blickt auf eine langjährige Karriere an der US-Botschaft in Wien zurück, die sie 1987 beim damaligen United States Information Service begann und 2025 mit ihrem Ruhestand abschloss. Als Cultural Specialist und Emerging Voices Specialist in der Public Affairs Section war sie eine der tragenden Säulen der transatlantischen Beziehungen im österreichischen Wissenschafts-, Bildungs- und Kultursektor. Ein zentraler Bezugspunkt ihrer engen Verbindung zur Universität Innsbruck ist die UNO-Innsbruck International Summer School, die 2026 ihr 50-jähriges Bestehen feierte. Die daraus hervorgegangene Universitätspartnerschaft mit der University of New Orleans begleitete sie jahrzehntelang mit größtem persönlichem Einsatz. Selbst Absolventin des Fulbright-Programms, unterstützte sie generationenübergreifend österreichische Teilnehmende an US-Austauschprogrammen und trug so maßgeblich zur Internationalisierung des wissenschaftlichen Nachwuchses bei. Mit ihrem jahrzehntelangen Einsatz hat sie das transatlantische Netzwerk der Uni Innsbruck maßgeblich geprägt.
Ehrenzeichenträger Senatspräsident des VwGH i.R. Univ.-Prof. Dr. Nikolaus Zorn
Nikolaus Zorn hat sich in 36 Jahren Lehre und Forschung an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät besondere Verdienste um die Universität und insbesondere um das Fach Steuerrecht erworben. Als Senatspräsident des Verwaltungsgerichtshofs und publizistisch äußerst aktiver Fachautor hat er das österreichische Steuerrecht wie kaum ein anderer mitgeprägt, 2015 wurde ihm dafür das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich verliehen. Zorn studierte in Innsbruck Rechtswissenschaften, trat in die Finanzverwaltung ein und habilitierte sich 1992 am Institut für Finanzrecht. Mit erst 36 Jahren wurde er zum damals jüngsten Hofrat des Verwaltungsgerichtshofs ernannt. Seit 1990 lehrt er bis heute ununterbrochen an der Fakultät. Er ist Mitglied des Herausgeberteams der Zeitschrift „RdW“ (Recht der Wirtschaft) und des „Doralt-Kommentars“ zum Einkommensteuergesetz. Gemeinsam mit Kolleg:innen des Instituts Unternehmens- und Steuerrecht ist Zorn Co-Autor des „Casebook Steuerrecht“. International gefragt, referiert er regelmäßig bei Fachtagungen in Deutschland, etwa am Bundesfinanzhof. Er ist korrespondierendes Mitglied des Fachsenats für Steuerrecht der Kammer der Steuerberater:innen und Wirtschaftsprüfer:innen sowie Mitglied des Prüfungsausschusses für Stiftungen in Liechtenstein.
Ehrenbürger Simon Meinschad
Simon Meinschad ist ehemaliger Geschäftsführer von hollu Systemhygiene GmbH, Vizepräsident der Industriellenvereinigung Tirol und engagiert sich im Vorstand von respACT. Unter seiner Führung entstand eine besonders stabile Zusammenarbeit zwischen hollu und der Universität Innsbruck. Die nachhaltigkeitsorientierte Unternehmensstrategie wurde eng mit universitären Kompetenzen in Biologie, Informatik und Betriebswirtschaft verknüpft – mit Fokus auf Wissensvermittlung statt klassischer Auftragsforschung. Sichtbarstes Ergebnis ist die neue Ausstellung „mikroVERSUM“ am Standort Zirl. Weitere Beispiele sind das FFG-Projekt „KI 2 Industrie“, der „Innalp Education Hub“, das „Tiroler Data Science Bootcamp“ sowie das Projekt „mi(croplastic)-trace“. Hervorzuheben ist zudem die Mitfinanzierung einer Stiftungsprofessur „Edge AI“ am Institut für Informatik bis 2030, getragen von FFG, Land Tirol, Wirtschaftskammer und regionalen Unternehmen. Mit Integrität und Innovationskraft hat Meinschad die Sichtbarkeit der Universität Innsbruck gestärkt und die Brücke zwischen Wissenschaft und Gesellschaft vorbildlich belebt.
Ehrensenator Univ.-Prof. Dr. Martin Kocher
Martin Kocher hat sich in rund drei Jahrzehnten als Forscher, Wissenschaftsmanager und Politiker besondere Verdienste um die Universität Innsbruck erworben. Er studierte Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft in Innsbruck, wo er 1998 abschloss, 2001 mit Auszeichnung promovierte und sich 2007 habilitierte. Nach Stationen als Gastwissenschaftler in Amsterdam und als Professor in München sowie East Anglia baute er in Zusammenarbeit mit Matthias Sutter die experimentelle Wirtschaftsforschung an der Universität Innsbruck auf und machte den Standort international sichtbar, eine Tradition, die bis heute fortwirkt. 2016 wechselte er nach Wien, wurde wissenschaftlicher Direktor des IHS und Präsident des Fiskalrates, ehe er 2021 als Bundesminister für Arbeit, Familie und Jugend, später für Arbeit und Wirtschaft, in die Bundesregierung eintrat. Seit Herbst 2025 ist er Gouverneur der Österreichischen Nationalbank. Auch in seinen späteren Funktionen blieb Kocher der Universität Innsbruck eng verbunden, etwa als Festvortragender beim Universitätsjubiläum 2019, und setzte sich für eine engere Vernetzung von Wissenschaft und Politik ein.
Ehrensenator em. o. Univ.-Prof. Dr. Roland Psenner
Roland Psenner hat sich in über drei Jahrzehnten als Wissenschaftler und Wissenschaftsmanager besondere Verdienste um die Universität Innsbruck erworben. Er studierte und promovierte in Biologie, Limnologie und Biochemie in Innsbruck, war ab 1991 an der Universität tätig und wirkte von 1997 bis zu seiner Emeritierung 2018 als ordentlicher Universitätsprofessor für Limnologie am Institut für Ökologie. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf den Auswirkungen des Klimawandels auf alpine Ökosysteme; er veröffentlichte über 300 wissenschaftliche Arbeiten, die rund 14.000-mal zitiert wurden, sowie mehr als 30 Buchkapitel und eine 15-bändige Buchreihe zu Gebirgsfragen. In der akademischen Selbstverwaltung war er Studiendekan, Dekan der Fakultät für Biologie und von 2012 bis 2016 Vizerektor für Lehre und Studierende, wo er zahlreiche Reformen vorantrieb. International war er unter anderem Präsident der Alpenforschungskommission ISCAR, Präsident des Nationalkomitees „Globaler Wandel“ und ist seit 2015 Präsident von EURAC Research in Bozen, wo er die Zusammenarbeit mit Innsbruck aktiv pflegt. 2016 wurde er mit dem Österreichischen Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst erster Klasse ausgezeichnet.