03.04.2025 | 2 Bilder

Brenner-Archiv macht Kulturerbe zugänglich

Sammlungen zu Ottmar Zeiller und Erwin Schrödinger im Kulturpool veröffentlicht
Schrödinger © Irish Press Photo

Nobelpreisträger Erwin Schrödinger mit Tochter Ruth March in Dublin 1940.

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Hunderte Objekte aus Sammlungen des Forschungsinstituts Brenner-Archiv der Universität Innsbruck sind seit kurzem im österreichischen Kulturpool digital abrufbar. Die Kleinplastiken des Tiroler Bildhauers Ottmar Zeiller sowie ein Teil der Sammlungen Schrödinger/March/Braunizer wurden in Kooperation mit dem Verein Brenner-Forum digitalisiert und öffentlich zugänglich gemacht.

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Hunderte Objekte aus Sammlungen des Forschungsinstituts Brenner-Archiv der Universität Innsbruck sind seit kurzem im österreichischen Kulturpool digital abrufbar. Die Kleinplastiken des Tiroler Bildhauers Ottmar Zeiller sowie ein Teil der Sammlungen Schrödinger/March/Braunizer wurden in Kooperation mit dem Verein Brenner-Forum digitalisiert und öffentlich zugänglich gemacht.

„Das Forschungsinstitut Brenner-Archiv konnte im Frühjahr 2023 die Finanzierung für die beiden Digitalisierungsprojekte sichern“, erzählt Ulrike Tanzer, Leiterin des Forschungsinstituts Brenner-Archiv. „In Kooperation mit dem Verein Brenner-Forum haben wir die Sammlungsobjekte digitalisiert und nun im Online-Portal Kulturpool öffentlich zugänglich gemacht“, freut sich Tanzer. Es handelt sich um einen digitalen Werkkatalog der Kleinplastik von Ottmar Zeiller (1868-1921) sowie die Sammlungen Schrödinger/March/Braunizer.

Kunst im Detail

Der unter der Leitung von Annette Steinsiek erstellte digitale Katalog zur Kleinplastik des Bildhauers und Holzschnitzers Ottmar Zeiller (1868-1921) vereint knapp vierhundert Objekte aus Holz und Bronze, die sich vorwiegend in Privatbesitz befinden. „Die Besonderheit der Figuren besteht in ihrer Größe, die oft nur wenig mehr als einen Zentimeter umfasst“, sagt Ulrike Tanzer. Auf dem Online-Portal Kulturpool können nun 360°-Ansichten der Objekte in beliebigen Größen betrachtet werden. Alle Objekte sind beschrieben, beschlagwortet und nach verschiedenen Kriterien durchsuchbar.

Ottmar Zeiller, in Enneberg (Südtirol) geboren, studierte zunächst Medizin und ging dann nach Berlin, um dort als Bildhauer und Modelleur zu arbeiten. Nach Studien in München und Karlsruhe eröffnete er eine eigene Zeichenschule in Berlin und stellte seine kleinen Figuren erstmals 1904/1905 aus. 1908 ging er an die Fachschule für Holzarbeiten in Gröden. Er beendete die gut dotierte Anstellung nach zwei Jahren von sich aus, um wieder als freier Künstler zu leben. Mit seinen Arbeiten en miniature steht er im Gegensatz zur zeitgenössischen Bildhauerei, die sich im Monumentalen versucht. Zu seinem Freundes- und Bekanntenkreis zählten der Maler Albin Egger-Lienz und der Schriftsteller Georg Trakl. Beide finden sich als Figuren porträtiert.

Nobelpreisurkunde und mehr

2017 erhielt das Brenner-Archiv eine umfangreiche Sammlung mit Teilnachlässen der österreichischen Physiker Erwin Schrödinger (1887-1961) und Arthur March (1891-1957) sowie deren Familien als Leihgabe. Weitere Dokumente wurden im Jahr 2020 von der Universität Innsbruck erworben. Diese Sammlungen wurden unter der Leitung von Michael Schorner digitalisiert und eine Auswahl im Kulturpool zugänglich gemacht. Das Digitalisierungsprojekt wird im November 2025 im Rahmen der „Schrödinger-Woche“ im Forschungsinstitut Brenner-Archiv vorgestellt.

Die Sammlungen enthalten Erwin Schrödingers und Arthur Marchs Schriften und Notizen zur Physik, Unterlagen zu deren universitären Lehre, Korrespondenzen und eine Vielzahl an Fotografien und Lebensdokumenten. Beide Physiker waren auch literarisch ambitioniert. Erwin Schrödinger hinterließ etwa Gedichtabschriften und Manuskripte mit eigenen Gedichten, die in Auswahl 1949 publiziert wurden. Sonderdrucke mit Widmungen und Anmerkungen zeugen von Schrödingers internationaler Reputation, ein Konvolut von Ansichtskarten und Fotografien von seinen zahlreichen Reisen. Weitere Archivalien dokumentieren die zahlreichen Ehrungen, die Erwin Schrödinger für sein Werk erhielt, etwa die Nobelpreisurkunde von 1933.

Der Kulturpool ist das zentrale Suchportal für digitalisiertes Kulturerbe aus österreichischen Museen, Archiven und Bibliotheken. Ermöglicht wird der Kulturpool durch Digitalisierungsprojekte in den einzelnen Partnerinstitutionen, zu denen der Verein Brenner-Forum zählt. Das Portal Kulturpool ist Teil der Strategie „Kulturerbe digital“ der Bundesregierung und wird am Naturhistorischen Museum Wien umgesetzt.

Die Sammlungen im Kulturpool:

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Bilder (2)

Schrödinger
3 201 x 2 379 © Irish Press Photo
Zeiller
6 720 x 4 480 © Projekt Werkkatalog Zeiller, Udo Haefeker


Kontakt

Ulrike Tanzer
Ulrike Tanzer
Forschungsinstitut Brenner-Archiv
Universität Innsbruck
+43 512 507-45101
ulrike.tanzer@uibk.ac.at
www.uibk.ac.at/brenner-archiv

Christian Flatz

Büro für Öffentlichkeitsarbeit
Universität Innsbruck
+43 512 507-32022
christian.flatz@uibk.ac.at
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