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Von der Sauerstoffproduktion über Lebensmittelherstellung bis hin zu biologischer Abwasserreinigung: Mikroorganismen begleiten uns durch jeden Moment des Tages – unsichtbar und unverzichtbar. Genau das macht eine neue Ausstellung erlebbar: Am 27. Mai öffnet das mikroVERSUM am hollu Campus in Zirl seine Türen. Das interaktive Science Center der Universität Innsbruck und der hollu Systemhygiene GmbH wird von Bund, Land sowie EU unterstützt und führt an 31 Stationen durch einen 24-Stunden-Zyklus mit den kleinsten Bewohnern unserer Welt — so wird sichtbar, was im Alltag kaum jemand wahrnimmt.
Von der Sauerstoffproduktion über Lebensmittelherstellung bis hin zu biologischer Abwasserreinigung: Mikroorganismen begleiten uns durch jeden Moment des Tages – unsichtbar und unverzichtbar. Genau das macht eine neue Ausstellung erlebbar: Am 27. Mai öffnet das mikroVERSUM am hollu Campus in Zirl seine Türen. Das interaktive Science Center der Universität Innsbruck und der hollu Systemhygiene GmbH wird von Bund, Land sowie EU unterstützt und führt an 31 Stationen durch einen 24-Stunden-Zyklus mit den kleinsten Bewohnern unserer Welt — so wird sichtbar, was im Alltag kaum jemand wahrnimmt.
Mikroorganismen sind grundlegende Bestandteile nahezu aller ökologischen Prozesse und spielen eine zentrale Rolle in Umwelt, Gesundheit, Landwirtschaft sowie in biotechnologischen Anwendungen: Im Boden sorgen sie für einen funktionierenden Nährstoffkreislauf, das Mikrobiom im Darm unterstützt die Verdauung, bestimmte Bakterien fungieren als biologischer Dünger und verschiedene Hefepilze kommen sowohl im Backhandwerk als auch bei der Herstellung von Medikamenten zum Einsatz.
Obwohl ein Leben auf der Erde ohne Mikroorganismen nicht möglich wäre, spielen sie im Bildungssystem und in der öffentlichen Wahrnehmung oft eine untergeordnete Rolle. „Gleichzeitig sind zentrale Herausforderungen unserer Zeit – etwa Klimawandel, Biodiversitätsverlust oder nachhaltige Ressourcennutzung – ohne das Verständnis mikrobieller Prozesse kaum lösbar. Vor diesem Hintergrund wurde das Projekt mikroVERSUM initiiert: Ein interaktives Science Center, das wissenschaftlich fundierte Informationen über Mikroorganismen vermittelt“, so Suzanne Kapelari, Biologin und Dekanin der Fakultät für LehrerInnenbildung der Universität Innsbruck. Gemeinsam mit Alexander Lichius, Institut für Fachdidaktik, zeichnet sie sich für die wissenschaftliche Leitung des mikroVERSUMs verantwortlich.
„mikroVERSUM richtet sich bewusst an alle interessierten Personen – Kinder, Jugendliche und Erwachsene – und ist auch bewusst mehrsprachig gestaltet. Möglichst vielen Menschen neue Perspektiven auf die Welt um uns herum durch eine inspirierende Umgebung aufzuzeigen, ist uns ein Anliegen“, erklärt Julia Moesslacher, Managing Director mikroVERSUM und Leiterin des Innovationsmanagements bei hollu.
Ein Tag mit Mikroorganismen
Unterschiedlichste Bakterienkulturen und Petrischalen, Pilze und Flechten bis zu 400-mal vergrößert unter dem Mikroskop – was dem menschlichen Auge weitgehend verborgen bleibt, macht das mikroVERSUM sicht- und erfahrbar. Die Besucher:innen durchwandern einen Ausstellungspfad, der einen Tagesablauf mit Mikroorganismen abbildet und zeigt, in wie vielen Bereichen diese unscheinbaren Lebewesen eine bedeutende Rolle spielen.
Im Modul „Am Morgen" beobachten die Besucher:innen Blaualgen bei der Sauerstoffproduktion und lernen, bei der Handhygiene die Keimbelastung zu reduzieren, ohne das Hautmikrobiom und die natürliche Hautbarriere zu schädigen. Ein „Vormittagsspaziergang" führt in den Wald und in das Mikrobiom des Waldbodens – und zeigt, wie selbst Ameisen Mikroorganismen für ihre Zwecke nutzen. Das Modul „Mittagessen" stellt interaktiv dar, welche Lebensmittel mit mikrobieller Hilfe entstehen und welche Rolle Mikroorganismen bei der Verdauung spielen. Ein „Ausflug zum Teich" am Nachmittag gibt Einblick in die vielfältige Welt aquatischer Mikroorganismen. Im abschließenden Bereich „Abend und Nacht" geht es schließlich um die Frage, warum bestimmte Mikroorganismen leuchten können.
Den Anstoß, ein Science Center zu Mikrobiologie in Tirol zu etablieren, geht auf die Innsbrucker Mikrobiologen Heribert Insam und Judith Ascher-Jenull zurück. Die Idee wurde gemeinsam mit Wissenschaftler:innen der Uni Innsbruck und anderen Forschungseinrichtungen sowie der hollu Systemhygiene GmbH weiterentwickelt und nun als LEADER-Projekt in Kooperation der Uni Innsbruck und hollu umgesetzt.
Gelungene Kooperation
„Von der Botanik, Ökologie, Zoologie über Limnologie bis hin zu Architektur: Zahlreiche Wissenschaftler:innen der Uni Innsbruck beschäftigen sich mit der Funktionsweise von Mikroorganismen. Diese Forschung gemeinsam mit hollu als Projektpartner nach außen zu tragen, zeigt einmal mehr, wie erfolgreiche Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft einen Mehrwert für Gesellschaft schaffen und Bildung spielerisch und spannend vermittelt werden kann“, betont Veronika Sexl, Rektorin der Universität Innsbruck bei der Eröffnung.
„mikroVERSUM macht Wissenschaft erlebbar und bringt Menschen zusammen: aus der Forschung, aus der Region und alle, die neugierig sind. Für uns als Familienunternehmen ist das ein echtes Herzensprojekt. Wir setzen uns täglich mit dem auseinander, was man oft nicht sieht – mit Mikroorganismen und ihrer Wirkung. Umso schöner ist es, mit dem mikroVERSUM genau dafür einen Ort der Bildung auf unserem hollu Campus in Zirl zu schaffen“, so Simon Meinschad, Geschäftsführer hollu Systemhygiene GmbH.
„mikroVERSUM zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie Bildung Neugier weckt und komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge für alle Generationen verständlich und erlebbar macht. Gerade junge Menschen brauchen Orte, an denen sie entdecken können, wie eng Gesundheit, Umwelt, Klima und Forschung miteinander verbunden sind. Ich danke der Universität Innsbruck und hollu für dieses starke Projekt, das Wissen sichtbar macht und einen wertvollen Beitrag für den Bildungs- und Wissenschaftsstandort Tirol leistet“, hebt Bildungs- und Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele hervor.
„Als attraktiver Bildungs- und Erlebnisort ist mikroVERSUM nicht nur für Schulklassen, sondern für alle Menschen der Region – insbesondere auch für Tourist:innen – zugänglich. Damit trägt das Projekt zur Stärkung des Tourismus in Tirol und somit zur langfristigen und nachhaltigen Entwicklung unserer Region Innsbruck-Land bei“, zeigt sich Albuin Neuner, Geschäftsführer des Regionalmanagements Innsbruck-Land, erfreut.
Unterstützt wird das Science Center mit Mitteln von Bund, Land und der Europäischen Union. Nähere Informationen zum Programm IBW/EFRE- & JTF finden Sie auf www.efre.gv.at
Weitere Informationen
Standort:
mikroVERSUM KulturLabor
hollu Campus, 6170 Zirl
Öffnungszeiten:
Mo–Do, 08:00–16:00 Uhr: angemeldete Führungen und Workshops für Schulklassen
Fr–So, 12:00–18:00 Uhr: geöffnet für die Öffentlichkeit
Kontakt für Workshops:
lena.warrelmann@uibk.ac.at
Institut für Fachdidaktik
Universität Innsbruck