|

Stellungnahme der Universität Innsbruck

zur aktuellen öffentlichen Diskussion anlässlich der Kandidatur von Ivo Hajnal als Rektor


Die Universität Innsbruck ist ein Ort des Austausches und des Diskurses, vor allem aber ein Ort des Dialogs. Eines Dialogs, bei dem es keinen Platz für Rassismus, Antisemitismus, Diskriminierung, Gewalt oder Hass gibt und bei dem es keine Toleranz dafür gibt, wenn Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Religion, ihres sexuellen Selbstverständnisses oder ihrer Meinung angegriffen oder diffamiert werden. Diesem Selbstverständnis hat die Universität sichtbar auch in ihrem Leitbild Ausdruck verliehen, in dem sie jede Art der Diskriminierung, Ausgrenzung und Erniedrigung ablehnt.

Im vollen Bekenntnis zu dieser grundsätzlichen Haltung ist es dem Rektorat der Universität Innsbruck wichtig, zu den in den letzten Tagen öffentlich diskutieren Vorfällen im Zuge der laufenden Rektoratswahl Stellung zu nehmen.

Die Universität Innsbruck bedauert und verurteilt die antisemitischen Angriffe auf ihren Mitarbeiter Professor Ivo Hajnal. Sie stand als Institution ebenfalls im Fokus dieser Aktion einer regionalen „Pro Palästina“-Initiative. Die Kritik richtet sich nicht zuletzt gegen das Transferzentrum AIANI (Austrian-Israel-Academic-Network-Innsbruck), das seit über zehn Jahren die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen israelischen Universitäten und der Universität Innsbruck fördert und unterstützt. Zu dieser Form des fruchtbaren Austauschs zwischen Israel und Österreich bekennt sich die Universität Innsbruck auch weiterhin uneingeschränkt.

Die Hearings zur Neuwahl einer/s Rektorin/s, die in der Verantwortung von Universitätsrat und Senat liegen, waren der universitären Öffentlichkeit frei zugänglich und wurden auch im Intranet gestreamt. Es war der gesamten Universitätsöffentlichkeit möglich, Fragen an die Kandidat:innen zu richten. Mit allen Kandidat:innen war vereinbart, dass auch kritische Fragen gestellt werden konnten, wobei die Qualität der Fragen durch die Moderation sichergestellt wurde. Herr Hajnal hat die an ihn gerichteten kritischen Fragen, die er vorab ausdrücklich erlaubt hat, beantwortet. Als im Laufe des Hearings eine Anwesende begann, Flugblätter im Hörsaal zu verteilen, wurde sie umgehend von den Veranstaltern aufgefordert, dies zu unterlassen.

Die Protestaktion der Initiative „Students for Palestine“ gegen die Kandidatur von Ivo Hajnal wenige Tage später war nicht bei der Universität angemeldet, wurde jedoch breit in den Sozialen Medien beworben. Die Universität hat nach Bekanntwerden dieses Protestaufrufs die Proponent:innen proaktiv darüber informiert, dass es keine Genehmigung für eine entsprechende Veranstaltung auf dem Universitätsgelände geben und man gegebenenfalls das Hausrecht durchsetzen werde. Die Veranstaltung fand schließlich auf öffentlichem Grund statt und war auch seitens der zuständigen Behörde genehmigt worden. Die Universität konnte hier nicht weiter eingreifen.

Die Universität Innsbruck toleriert keinerlei Formen von Rassismus, Antisemitismus, Diskriminierung, Gewalt oder Hass und erachtet die freie Meinungsäußerung sowie einen diskriminierungsfreien Diskurs als höchste Güter. Sobald diese auf dem Universitätsgelände oder im Rahmen von Aktivitäten der Universität in Frage gestellt werden, gilt es, dem entschlossen entgegenzutreten.

Veronika Sexl
im Namen des Rektorats und der Universität Innsbruck

Pressetext 3441 Zeichen

Als .txt downloaden Ins Clipboard kopieren

Kontakt

Uwe Steger
Mag. Uwe Steger
Büro für Öffentlichkeitsarbeit
Universität Innsbruck
Tel.: +43 512 507-32000
E-Mail: uwe.steger@uibk.ac.at